Inspiration, Verschiedenes
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Innsbruck. Heimat elektronischer Musikerziehung.

Jede Stadt hat ihre dunklen Ecken. Orte, die erst nach Sonnenuntergang so richtig interessant werden. Nächte, voll mit Bass und Nebelmaschinen. Und um genau diese Bässe, zwischen Nebel und Strobo, zwischen Tanz und Trance, geht es bei IS THIS DARKNESS OR THE DAWN.

Die Veranstaltungsreihe IS THIS DARKNESS OR THE DAWN befasst sich mit feinster elektronischer Musik, vorrangig im Innsbrucker Club-Leben. Vom Aftershave über’s Cubique bis in die gute, alte Tante Emma. Getanzt wird, wie und wo es gefällt. Gründer Mo will dabei nicht eine weitere Mega-Eventserie aus dem Boden stampfen. Er will Musik und Kunst vermitteln, die Ästhetik der Elektronik, wenn man so will. Das ganze hat sogar etwas Erzieherisches an sich, Kunst- und Kulturvermittlung zwischen Tante Emma und Cubique sozusagen.

Bevor es jetzt weitergeht, gibt es etwas Musik als Untermalung für die nächsten Zeilen. Play drücken, zurücklehnen und weiterlesen.

Die Anfänge

Der Ursprung des Ganzen liegt einige hundert Kilometer westlich von Innsbruck. In der Nähe von Basel liegt das beschauliche Schopfheim, in dem nicht ganz so beschauliche Elektro-Feiern unter dem Namen Ravecream regelmäßig die Wände im Café Irrlicht erzittern ließen. Damals schon mit dabei: Peter Wolff, seines Zeichens DJ, Fotograf, kurz Kreativkopf. Mo und seine Kollegen, noch auf der Tanzfläche vor dem DJ Pult zu finden, fanden die Kraft der elektronischen Klänge faszinierend. Gefeiert wurde, bis Rave Cream schließlich verboten wurde. Die Party, der Name, alles zu Ende. Vorerst. Ravecream selbst wurde zwar nicht wiederbelebt, die Verbindung zwischen Mo und Peter war jedoch hergestellt. Aus der gemeinsamen musikalischen Wellenlänge entwickelt sich eine Freundschaft. Und aus geteilten Sets auf verschiedenen Veranstaltungen entstand ein gemeinsames Projekt: Forhersake. Die Plattenteller werden von nun an gemeinsam gedreht. In Schopfheim, in Darmstadt, in Stuttgart, in Innsbruck.

Die Philosophie

Ästhetik, Musik und Design werden groß geschrieben. Die Plakate stammen aus der Feder, respektive dem Macbook von Peter Wolff, die Bookings von Mo. IS THIS DARKNESS OR THE DAWN will ein Movement werden, eine Untergrundbewegung mit Botschaft. „Wie kann man eine andere Art von Feiern und Musikgeschmack vermitteln?“ Eine kleine Revolution soll entstehen, möglichst ohne Facebook-Zusagen, dafür mit ganz viel analogem Charme. Mit echten Plakaten, echten Feiern, echter Musik. Woher der Name kommt, bleibt noch ein kleines Geheimnis. Ganz oft lesen kann mann ihn allerdings auf den Shirts (Achtung, super-exklusive Unikate und streng limitiert – am Samstag, 6.2., kann man aber welche in der Tante Emma ergattern).

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Ein kleiner Blick ins Artwork:

Mehr Untergrund

Im etwas weniger beschaulichen Innsbruck gibt es zwar jede Menge Studenten und daher Parties, die Abwechslung fehlt jedoch, vor allem in puncto anspruchsvoller Basskultur. Dieser Missstand muss beseitigt werden. Gedacht, getan. Mo aka Net ruft IS THIS DARKNESS OR THE DAWN ins Leben. Ersten Zuspruch fand die Idee bei NOWHERE-Store Gründer Laurin und die Verbindung zum Aftershave war hergestellt. Im Frühjahr 2015 folgten die ersten Bookings und Gigs. Ishmael und NSDOS. Noch nie gehört? Macht nichts. Dafür sind die Veranstaltungen ja gedacht. Elektronische Musikerziehung, die noch nicht im Radio-Mainstream verankert ist. Manchmal schräg, manchmal deep, manchmal acid, aber immer international. Denn Innsbruck soll auch wissen, was in Barcelona’s Untergrund gerade – pardon – der SHIT ist. IS THIS DARKNESS OR THE DAWN entwickelte sich zu größerem. Mit Roman Flügel und Detroit Swindle wurde erstmals im Cubique gefeiert. Noch höher hinaus? Mo begann zu zweifeln. Die Ursprungsidee sollte weder durch finanzielle Sorgen noch durch den Zwang von einem restlos gefüllten Club gefährdet werden. Über das Auflegen im Project entstand die Connection zu einem weiteren Innsbrucker Bogen. Tante Emma meets IS THIS DARKNESS OR THE DAWN. Beide leicht schräg, beide Unikate in der Innsbrucker Szene. Borrowed Identity bringt bei der Premiere der Kooperation im Dezember 2015 das Vinyl zum Drehen.

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In Zukunft

Nächsten Samstag (6.2.16) geht’s weiter. Smallpeople sorgen am Air+Style Wochenende für eine Elektro-Musik abseits der Mainstream-After-Show-Parties. Und am 1. April geht’s hoch hinaus auf die Cloud 9. Mo träumt sogar noch etwas weiter.

„Ein eigener Club, eigene Bookings, ein Mini-Label oder ein Festival“.

Doch alles Step-by-Step im Ein-Mann-Unternehmen. Ohne vollen Rückhalt von Freunden und der Familie ginge es auf keinen Fall.

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Wer am Wochenende etwas Lust auf Musikerziehung der anderen Art hat, ab zu Small People in die Emma. Ich habe die Stunden zwischen Abendrot und Sonnenaufgang schon reserviert. Im Namen der Musikerziehung, versteht sich.

 

 

P.S. Wer sich Gedanken über den Namen macht, kommt am besten zur Party am Samstag und bleibt bis zum allerletzten Track.

 

 

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