Gedankengut
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Mein Wort zum Montag oder warum man einfach mal machen sollte

Ich hasse Blockaden. Und du sicher auch. Keiner mag die. Die sind mega unbeliebt aber das hält sie nicht davon ab, sich in unsere Köpfe zu schleichen. Da sitzen sie dann rum und labern blödes Zeugs.
Ich möchte einfach nur etwas malen und lasse mich zum Beispiel auf Pinterest inspirieren. Viele schöne Illustrationen. Sehr viele. Zu viele. Ich werde unsicher. Fange aber trotzdem an meine ganzen Utensilien zum Malen bereitzustellen. Höre meine Lieblingsplaylist und trinke Tee. Ich nehme einen Stift in die Hand und male einen Strich. Gerade mal 2cm lang. „Hässlich!“ denke ich und drehe das Blatt um und versuche es nochmal. Jetzt ist der Strich schon ein bisschen länger und ein zweiter kommt hinzu. Diesmal zerknülle ich das Blatt und lege mich mit dem Gesicht auf den Tisch und gebe ein uriges Geräusch von mir.

Ich wollte mich doch nur inspirieren lassen, produktiv und kreativ sein. Und jetzt bin ich demotiviert, eingeschüchtert und pissig über mich selbst. Denn ich weiß ganz genau wie man gar nicht erst in diese blöde Situation kommt. Einfach machen lautet die Devise. Das heißt: Kopf aus und sich darauf konzentrieren nicht zu denken. Und dabei irgendwie kreativ sein. Oder, das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen Banane an, sich selbst sagen, was man gerade macht. Zum Beispiel: Ich male einen grünen Strich. Und jetzt male ich mit gelb. Und noch eine Aufwärm-Übung: zu allererst blind zeichnen. Danach kann es nämlich nur noch besser werden!
Ich versuche mich wirklich zu zwingen kein Urteil über mein noch nicht fertiges Bild zu machen. Denn: es ist noch nicht fertig. Und wenn es noch nicht schön ist, ist es noch nicht fertig. Oder man selbst noch nicht bereit. Ich verstecke diese Bilder dann immer in die hinterste Ecke und stolpere dann Monate später wieder drüber und denke: ach so kacke war’s ja doch nicht.dbaf180974b3620d520a4a417108fea2

Kennt ihr das auch? Wenn ja, wie löst ihr diese Situation? :-)

2 Kommentare

  1. Ja, das kenne ich. Leider lass ich mich auch gern von all diesen schönen und „perfekten“ Illustrationen verunsichern. Aber dann denke ich mir, die zeigen sich doch auch nur von ihrer Schokoladenseite. Und all die anderen Bilder, die nix geworden sind, bekommen wir nicht zu sehen.
    Am kreativsten sind also bei mir die Tage, an denen ich den PC gar nicht erst anschalte, sondern mich einfach mal treiben lasse und mir sage: „Schaun wir mal, was es heute wird!“
    Es gibt auch eine absolut wunderbare Seite – auf englisch – zu dem Thema Kreativität und Identität: klick mal auf brainpickings.org

    • Niña Lerch sagt

      Ja da hast du Recht Olga- einfach mal den Computer auslassen und sich gar nicht erst beeinflussen lassen. Man lässt sich ja dann doch immer so einfach blenden, obwohl man ja eigentlich weiß, dass es die Schokoladenseite der anderen ist. Da muss ich dir einfach vollkommen Recht geben! Danke für deinen Denkanstoß! :-)

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